Kostenlose Excel-Vorlage zur Stundensatz-Kalkulation im Handwerk
Mit dieser kostenlosen Excel-Vorlage berechnest du deinen Stundenverrechnungssatz im Handwerk in wenigen Minuten – auf Basis von Lohnkosten, Gemeinkosten, Wagnis & Gewinn und deinen produktiven Stunden. Die Vorlage enthält vier Blätter: Anleitung, Stundensatz, Angebot und den Preisindex 2026. Du trägst deine Daten in die gelben Felder ein, die grünen Felder rechnen automatisch.
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Die Formel hinter der Vorlage
Jeder Stundenverrechnungssatz beruht auf einer einzigen Formel:
Stundenverrechnungssatz = (Lohnkosten + Gemeinkosten + Wagnis & Gewinn) ÷ produktive Stunden
- Lohnkosten: dein Unternehmerlohn bzw. der Bruttolohn deiner Mitarbeiter plus Lohnnebenkosten.
- Gemeinkosten: Fahrzeug, Werkzeug, Miete, Versicherungen, Büro und Verwaltung – alle Kosten des Betriebs pro Jahr.
- Wagnis & Gewinn: ein Zuschlag auf die Selbstkosten (üblich 5–15 %), damit Rücklagen und Gewinn entstehen.
- Produktive Stunden: nur die Stunden, die du dem Kunden tatsächlich in Rechnung stellen kannst.
Was die Excel-Vorlage enthält
Die Arbeitsmappe besteht aus vier Blättern. In allen Blättern gilt: Gelbe Felder und Spalten sind deine Eingaben, grüne Felder die automatische Berechnung.
- Anleitung – kurze Erklärung zum Ausfüllen.
- Stundensatz – die eigentliche Berechnung des Stundenverrechnungssatzes.
- Angebot – Angebotskalkulation mit Material und Fahrtkosten.
- Preisindex 2026 – Vergleichswerte von neun Gewerken.
Wichtig zu wissen: Der Stundenverrechnungssatz liegt deutlich über dem reinen Stundenlohn, weil er zusätzlich Gemeinkosten sowie Wagnis und Gewinn enthält. Für die Berechnung hast du zwei Möglichkeiten – die Excel-Vorlage zum Download oder den Stundensatzrechner direkt im Browser.
Die Vorlage in 3 Schritten
- 1.Produktive Stunden ermitteln. Im Blatt »Stundensatz« trägst du Wochenstunden, Urlaub, Feiertage, Krankheitstage und den Anteil unproduktiver Zeit ein. Die Ermittlung der abrechenbaren Stunden läuft automatisch.
- 2.Lohn- und Gemeinkosten eintragen. Unternehmerlohn bzw. Bruttolohn, Lohnnebenkosten und alle Gemeinkosten pro Jahr in die gelben Felder schreiben.
- 3.Zuschlag setzen und Satz ablesen. Den Zuschlag für Wagnis & Gewinn wählen – die Vorlage zeigt dir den Stundenverrechnungssatz netto und brutto.
Produktive Stunden richtig berechnen
Der wichtigste und am häufigsten falsch gemachte Schritt. Von den rechnerischen 2.080 Jahresstunden (40 Stunden × 52 Wochen) bleibt nur ein Teil übrig: Urlaub, Feiertage und Krankheitstage fallen weg, und von der Anwesenheit sind rund 25 % unproduktiv – Büro, Angebote, Fahrten und Weiterbildung. In der Vorlage rechnet das Blatt diese Positionen automatisch heraus. Wer mit zu vielen produktiven Stunden kalkuliert, setzt seinen Stundensatz fast zwangsläufig zu niedrig an.
Materialaufschlag & Fahrtkosten (Blatt »Angebot«)
Für die Angebotskalkulation gibt es ein eigenes Blatt. Du trägst die geschätzten Arbeitsstunden ein – der Stundensatz wird aus dem ersten Blatt übernommen – und ergänzt Material und Fahrtkosten:
- Materialaufschlag: auf den Materialeinkauf kommt ein Aufschlag (im Beispiel 15 % – prüfe den in deinem Gewerk üblichen Satz).
- Fahrtkosten: gefahrene Kilometer × Kosten pro Kilometer (im Beispiel 0,70 €/km – setze deine tatsächlichen Fahrzeugkosten ein).
So erhältst du aus Lohnanteil, Material und Fahrtkosten die komplette Angebotssumme netto und brutto – eine saubere Grundlage für deine Angebote und Rechnungen.
Rechenbeispiel aus der Vorlage
Die Vorlage ist mit Beispielwerten gefüllt – etwa für einen Solo-Betrieb (z. B. einen SHK-Betrieb). So entsteht der Satz Schritt für Schritt:
| Brutto-Jahresstunden (40 h × 52 Wochen) | 2.080 h |
| − Urlaub, Feiertage, Krankheit (50 Tage × 8 h) | − 400 h |
| = Anwesenheitsstunden | 1.680 h |
| − 25 % unproduktive Zeit | − 420 h |
| = Produktive (abrechenbare) Stunden | 1.260 h |
| Lohnkosten (Unternehmerlohn 48.000 € + Nebenkosten 12.000 €) | 60.000 € |
| + Gemeinkosten pro Jahr | 22.800 € |
| = Selbstkosten | 82.800 € |
| + 10 % Wagnis & Gewinn | 8.280 € |
| = Zu deckende Gesamtkosten | 91.080 € |
| Stundenverrechnungssatz netto (91.080 € ÷ 1.260 h) | ≈ 72,29 € |
| Stundenverrechnungssatz brutto (+ 19 % MwSt.) | ≈ 86,02 € |
Mit 1.260 produktiven Stunden und 91.080 € zu deckenden Kosten liegt der Stundenverrechnungssatz bei rund 72,29 € netto bzw. 86,02 € brutto. Alle Beträge in EUR. Überschreib die Beispielwerte einfach mit deinen eigenen Zahlen.
Vergleich deinen Satz mit dem Preisindex 2026
Hast du deinen Satz berechnet, lohnt der Blick nach außen: Der Handwerker-Stundensatz-Preisindex 2026 zeigt die üblichen Netto-Stundensätze von neun Gewerken (45–100 €/Std). So siehst du, ob dein kalkulierter Satz zum Markt passt. Für einzelne Gewerke gibt es Detailseiten, etwa Elektriker oder Maler. Das Blatt »Preisindex 2026« in der Vorlage enthält dieselben Werte zum direkten Abgleich.
Lieber ganz ohne Excel? Dann nutze den Stundensatzrechner Handwerk direkt im Browser. Die Formel erklärt der Ratgeber Wie berechne ich meinen Stundensatz richtig?
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Häufige Fragen (FAQ)
Ist die Excel-Vorlage wirklich kostenlos?
Ja, die Vorlage ist komplett kostenlos und ohne Anmeldung. Du kannst sie herunterladen, an deinen Betrieb anpassen und beliebig oft nutzen.
Mit welchen Excel-Versionen funktioniert die Vorlage?
Die Datei ist eine normale .xlsx und läuft mit allen gängigen Excel-Versionen (Microsoft 365, Excel 2016 und neuer) sowie mit LibreOffice Calc und Google Sheets. Es werden nur einfache Formeln verwendet.
Wie viele Feiertage trage ich je nach Bundesland ein?
Die Zahl der gesetzlichen Feiertage schwankt je nach Bundesland zwischen 9 und 13 pro Jahr. Trag den Wert für dein Bundesland ein – die Vorlage rechnet ihn automatisch aus den produktiven Stunden heraus.
Was sind typische Fehler bei der Stundensatz-Kalkulation?
Die häufigsten Fehler: zu viele produktive Stunden ansetzen, den eigenen Unternehmerlohn vergessen, Gemeinkosten unterschätzen und keinen Zuschlag für Wagnis und Gewinn einplanen. Die Vorlage führt dich Schritt für Schritt durch alle diese Positionen.
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Die Vorlage ist eine Orientierungshilfe und ersetzt keine Steuer- oder Betriebsberatung. Für die eingesetzten Werte bist du selbst verantwortlich.