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Stundensatz Zimmerer 2026 – Was kostet eine Zimmererstunde?

Eine Zimmererstunde kostet 2026 im Schnitt etwa 60–95 € netto, je nach Qualifikation und Region auch mehr oder weniger. Für Endkunden kommt noch die Mehrwertsteuer hinzu – dazu Materialkosten für Holz und ggf. Maschinen und Gerüste.

Wichtig zu wissen: Der Preis auf der Rechnung ist nicht das, was der Zimmerer verdient. Nach Lohn, Nebenkosten und Betriebskosten bleibt nur ein kleiner Teil als Gewinn. Dieser Beitrag zeigt die aktuellen Stundensätze nach Qualifikation, schlüsselt den Satz auf und erklärt die Berechnung für deinen eigenen Stundensatz.

⚡ Kurz & knapp

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Aktuelle Stundensätze für Zimmerer 2026

Die folgende Tabelle zeigt typische Netto-Stundenverrechnungssätze für Zimmerer – aufgeschlüsselt nach Qualifikation. Es sind Orientierungswerte für 2026; die tatsächlichen Stundensätze schwanken je nach Betrieb, Qualifikation und Region.

Qualifikation / BetriebStundensatz netto
Zimmerer-Helfer / ungelernt30–45 €
Zimmerer-Geselle60–80 €
Zimmerermeister / Solo-Selbstständig70–95 €

Regionale Unterschiede: In Bayern, Baden-Württemberg und in Großstädten wie München oder Hamburg liegen die Sätze oft 15–30 Prozent höher als in Ostdeutschland und in strukturschwächeren Regionen. Für viele Handwerksbetriebe im Zimmererhandwerk ist eine Spanne von 60–95 € netto realistisch.

Zum Vergleich: Einen Überblick über alle Gewerke bieten Stundensatz Handwerk 2026 und die Stundensatz-Tabelle. Vergleichswerte anderer Gewerke findest du bei Maler, Elektriker und Dachdecker.

Orientierungswerte, Stand 2026, auf Basis öffentlicher Branchenübersichten. Keine verbindliche Preisauskunft.

Teil des Handwerker-Stundensatz-Preisindex 2026

Zimmerer-Stundensätze nach Region

Wo der Betrieb sitzt, ist einer der größten Faktoren für den Preis. Die Unterschiede zwischen den Regionen sind erheblich:

  • Süd vs. Ost: In Bayern und Baden-Württemberg liegen die Stundensätze meist über dem Schnitt, in Ostdeutschland eher darunter – in den einzelnen Bundesländern deutlich verschieden.
  • Stadt vs. Land: In Großstädten wie München, Hamburg oder Stuttgart sind die Preise wegen höherer Lebenshaltungskosten und starker Nachfrage höher als auf dem Land.
  • Typische Spanne: Die Unterschiede zwischen teuren und günstigen Regionen liegen häufig bei 15–30 Prozent.

Welche Faktoren treiben den Zimmerer-Stundensatz?

Der Zimmerer gehört zum Bauhauptgewerbe und arbeitet vor allem mit Holz – vom Dachstuhl über den Holzrahmenbau bis zum Carport. Wie überall sind nur rund 25–35 % reiner Bruttolohn – den Rest bestimmen diese Faktoren:

  • Arbeit in der Höhe: Dachstühle und Aufstockungen bedeuten Absturzsicherung und langsameres Arbeiten.
  • Maschinen und Gerüste: Kran, Abbundanlage, Sägen und Gerüste in Anschaffung, Miete und Unterhalt.
  • Witterung: Arbeiten im Freien bei Wind und Wetter – Schlechtwetter kostet planbare Zeit.
  • Materialgemeinkosten: Beschaffung, Transport und Lagerung von Konstruktionsholz und Platten.
  • Fahrzeug und Gemeinkosten: Transporter, Werkstatt, Lager, Büro, Versicherungen und Verwaltung.
  • Unproduktive Zeiten: Anfahrt, Rüsten, Abbund-Planung, Materialbeschaffung und Dokumentation.

Erst alles zusammen ergibt einen Satz, mit dem ein Zimmererbetrieb dauerhaft und sicher arbeiten kann.

Helfer, Geselle, Meister: Qualifikation

Ein großer Teil der Preisunterschiede innerhalb desselben Gewerks erklärt sich über die Qualifikation der Person, die die Arbeit ausführt:

  • Helfer / ungelernt: unterstützende Arbeiten wie Zureichen, Transport und Aufräumen – zum niedrigsten Satz.
  • Geselle: ausgebildete Fachkraft für die eigentlichen Zimmererarbeiten – im mittleren Bereich der Spanne.
  • Meister / Solo: höherer Satz wegen Qualifikation, Verantwortung, Planung und Haftung.

Auch die Betriebsgröße spielt eine Rolle: Größere Handwerksbetriebe haben höhere Gemeinkosten für Verwaltung und Fuhrpark, kleine Unternehmen weniger Spielraum bei der Auslastung. Beides fließt in den Stundensatz ein.

Was steckt konkret im Stundensatz? (Beispielrechnung)

Ein vereinfachtes Beispiel für einen Satz von rund 78 € netto zeigt die Bestandteile des Stundenverrechnungssatzes:

PositionAnteil je Stunde%
Bruttolohn (Zimmerer)≈ 24 €31 %
Lohnnebenkosten (AG-Anteil an Sozialabgaben, Ausfallzeiten)≈ 14 €18 %
Gemeinkosten (Fahrzeug, Maschinen, Gerüst, Werkzeug, Versicherung)≈ 27 €34 %
Gewinn & Wagnis≈ 13 €17 %
Stundensatz netto≈ 78 €100 %

Wie bei anderen Gewerken zählt der Unterschied zwischen produktiven und unproduktiven Stunden. Von einer 40-Stunden-Woche sind oft nur etwa 28 Stunden abrechenbar. Alle Kosten verteilen sich auf diese Stunden. Für den Endkunden kommt zum Nettobetrag noch die Mehrwertsteuer (19 %) hinzu.

Im Bauhauptgewerbe kommt ein Sonderfaktor dazu: Frost, Regen und die Winterpause reduzieren die abrechenbaren Stunden zusätzlich. Fällt die Baustelle wetterbedingt aus, laufen Lohn und Fixkosten trotzdem weiter. Solche Ausfallzeiten muss ein Zimmerer bei der Kalkulation seiner produktiven Stunden ehrlich berücksichtigen.

Mindestlohn und Tariflöhne im Bauhauptgewerbe

Ein wichtiger Grund für die Höhe der Sätze sind die Lohnkosten. Zum 1. Januar 2026 ist der gesetzliche Mindestlohn auf 13,90 € pro Stunde gestiegen. Er bildet die Untergrenze – im Zimmererhandwerk liegen die tatsächlichen Löhne meist deutlich darüber.

Das Bauhauptgewerbe hat zusätzlich eigene, gestaffelte Tariflöhne, die deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen (Werte für Westdeutschland, 2026):

  • Branchenmindestlohn (Fachkraft, Lohngruppe 2): rund 17,34 € pro Stunde ab dem 1. April 2026 – die tarifliche Untergrenze für gelernte Kräfte.
  • Geselle-Ecklohn / Tariflohn (Facharbeiter, Lohngruppe 3): rund 23,97 € pro Stunde – der tatsächliche Tariflohn eines ausgebildeten Zimmerers.

Wichtig: Das ist jeweils der Bruttolohn der Mitarbeiter pro Stunde – nicht der Stundenverrechnungssatz von 60–95 €, den der Betrieb dem Kunden berechnet. Steigen diese Tariflöhne und die Sozialabgaben, steigt auch der Stundensatz, den Handwerksbetriebe kalkulieren müssen, um kostendeckend zu arbeiten.

Preis ist nicht gleich Verdienst

Ein häufiges Missverständnis bei Kunden: Der Stundensatz auf der Rechnung ist nicht das, was der Zimmerer verdient. Von 78 € netto pro Stunde bleiben nach Bruttolohn, Lohnnebenkosten und allen Gemeinkosten oft nur ein einstelliger Euro-Betrag als tatsächlicher Gewinn übrig.

Dazu kommt: Nicht jede bezahlte Stunde ist auch abrechenbar. Anfahrt, Rüsten, Abbund-Planung, Materialbeschaffung und Büroarbeit sind Zeit, die kein Kunde direkt bezahlt. Diese unproduktive Zeit muss über den Stundensatz der produktiven Stunden mitfinanziert werden.

Zimmerer-Stundensatz im Vergleich zu anderen Gewerken

Der Zimmerer liegt preislich im oberen Mittelfeld des Handwerks. Zur Einordnung ein Vergleich typischer Netto-Stundensätze 2026:

  • Günstiger:Maler & Lackierer (ca. 45–70 €) und Fliesenleger (ca. 50–75 €).
  • Ähnliche Spanne: andere Holz-Gewerke wie Schreiner und Tischler (ca. 55–85 €) sowie der Maurer (ca. 55–85 €).
  • Eng verwandt: der Dachdecker (ca. 65–100 €), mit dem der Zimmerer beim Dachstuhl oft zusammenarbeitet.

Entscheidend ist am Ende aber nicht der Durchschnitt des Gewerks, sondern die eigene Kalkulation. Ein Zimmererbetrieb mit Kran und Abbundanlage hat andere Kosten als ein Solo-Selbstständiger – und damit einen anderen Satz.

Zusatzkosten bei Zimmererarbeiten: Holz, Maschinen, Gerüste, Entsorgung

Auf einer Zimmerer-Rechnung steht selten nur der Stundensatz. Typische Zusatzkosten, die du in Angeboten immer getrennt ausweisen solltest:

Materialkosten (Holz)

Balken, Konstruktionsholz, Platten, Dämmung und Verbindungsmittel kommen zusätzlich zum Stundensatz auf die Rechnung – meist mit einem kleinen Aufschlag für Beschaffung und Lagerung.

Maschinen & Gerüste

Kran, Abbund, Sägen und Gerüste sind bei vielen Zimmererarbeiten nötig. Miete oder Vorhaltung erscheinen häufig als eigene Position im Angebot.

Anfahrt

Viele Handwerksbetriebe berechnen eine Anfahrtspauschale oder einen Kilometersatz. Bei kurzen Einsätzen fällt die Anfahrt stärker ins Gewicht.

Entsorgung

Verschnitt, Altholz und Bauabfälle müssen fachgerecht entsorgt werden. Container und Deponiegebühren stehen häufig getrennt im Angebot.

Deshalb ist der reine Stundensatz allein wenig aussagekräftig – erst das komplette Angebot zeigt die tatsächlichen Kosten für den Kunden.

Stundensatz oder Pauschalpreis? Typische Zimmererarbeiten

In der Praxis werden nicht alle Arbeiten gleich abgerechnet. Als Regel gilt:

  • Nach Stundensatz: Reparaturen am Dachstuhl, Ausbesserungen und schwer schätzbare Arbeiten im Altbau – hier steht der Aufwand vorab nicht fest.
  • Als Pauschal- oder Festpreis: planbare Projekte wie ein neuer Dachstuhl, ein Carport oder eine Aufstockung – oft kalkuliert pro Quadratmeter oder als Gesamtpreis.

In jedem Fall gilt: Auch ein Quadratmeter- oder Pauschalpreis muss auf einem sauber kalkulierten Stundensatz beruhen. Er ist die Grundlage jeder seriösen Kalkulation.

Kosten für Zimmerer: Tipps für Auftraggeber

Am Stundensatz selbst lässt sich wenig verhandeln – er muss die Kosten des Betriebs decken. Beim Gesamtpreis gibt es aber Spielraum:

  • Mehrere Angebote einholen und Position für Position vergleichen – nicht nur die Endsumme.
  • Auf eine detaillierte, schriftliche Rechnung bestehen, in der Material und Arbeitszeit getrennt ausgewiesen sind.
  • Mehrere Arbeiten bündeln, damit Anfahrt, Kran und Gerüste nur einmal anfallen.
  • Den Lohnanteil in der Steuererklärung angeben – ein Teil der Handwerkerleistungen ist absetzbar.

Lohn- und Preisentwicklung im Zimmererhandwerk

Die Stundensätze im Handwerk sind in den letzten Jahren spürbar gestiegen – auch beim Zimmerer. Höhere Tariflöhne, ein steigender Mindestlohn und teureres Holz treiben die Kosten. Als Regel solltest du deinen Stundensatz mindestens einmal im Jahr überprüfen und immer dann anpassen, wenn Löhne, Material- oder Maschinenkosten spürbar steigen. Wer den Satz nicht mitzieht, verliert real an Gewinn.

Viele Betriebe geben diese gestiegenen Kosten über höhere Stundensätze weiter – das erklärt, warum die Preise im Zimmererhandwerk in den letzten Jahren gestiegen sind. Kunden akzeptieren höhere Preise erfahrungsgemäß leichter, wenn die Kostenpositionen im Angebot transparent aufgeschlüsselt sind.

So berechnet ein Zimmerer seinen eigenen Stundensatz

Durchschnittswerte helfen nur zur groben Einordnung. Dein persönlicher Satz hängt von deinen Fixkosten, deinem Einkommensziel und deinen produktiven Stunden ab. Wer sich nur am Markt orientiert, kalkuliert schnell zu niedrig.

Der Stundensatzrechner ist für alle Gewerke gleich aufgebaut. Als Zimmerer nutzt du ihn genauso wie jeder andere Handwerker: Zahlen eintragen, und du bekommst sofort deinen Satz netto und brutto.

Berechne jetzt deinen individuellen, kostendeckenden Zimmerer-Stundensatz:

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Häufige Fragen (FAQ)

Was kostet ein Zimmerer pro Stunde 2026?

Ein Zimmerer kostet 2026 meist 60–95 € netto pro Stunde. Ein Geselle liegt eher bei 60–80 €, ein Meister oder Solo-Selbstständiger bei 70–95 €. Ein Helfer wird niedriger angesetzt. Für Endkunden kommen noch 19 % MwSt. sowie Materialkosten für Holz dazu. Es sind Orientierungswerte, keine festen Preise.

Warum ist der Stundensatz so viel höher als der Stundenlohn?

Vom Stundensatz sind nur rund 25–35 % reiner Bruttolohn. Dazu kommen Lohnnebenkosten wie der Arbeitgeberanteil an den Sozialabgaben, teure Maschinen, Gerüste und Kran, Materialgemeinkosten sowie ein Zuschlag für Gewinn und Risiko. Der Preis auf der Rechnung ist deshalb nicht das, was der Zimmerer verdient.

Gibt es große regionale Unterschiede?

Ja. In Süddeutschland und in Großstädten wie München, Stuttgart oder Hamburg liegen die Sätze oft 15–30 % höher als in strukturschwächeren Regionen oder in Ostdeutschland. Auch in den einzelnen Bundesländern schwanken die Preise spürbar.

Wie unterscheidet sich der Zimmerer im Vergleich zu anderen Gewerken?

Der Zimmerer liegt eher im oberen Mittelfeld des Handwerks. Maler sind im Schnitt günstiger, Holz-Gewerke wie Schreiner und Tischler bewegen sich in ähnlichem Bereich, und mit dem eng verwandten Dachdecker gibt es beim Dachstuhl viele Berührungspunkte. Entscheidend ist am Ende nicht der Vergleich, sondern die eigene Kalkulation.

Wie kalkuliere ich als Zimmerer meinen Stundensatz?

Orientiere dich nicht nur am Marktdurchschnitt, sondern rechne mit deinen eigenen Zahlen: Einkommensziel, Fixkosten und realistisch abrechenbare Stunden. Mit dem kostenlosen Stundensatzrechner ermittelst du in wenigen Minuten deinen individuellen, kostendeckenden Satz – die Grundlage für belastbare Angebote.

Was kostet ein Zimmerer pauschal pro Tag?

Ein Tagessatz ist im Grunde der Stundensatz mal die abrechenbaren Stunden pro Tag. Bei rund 78 € netto und 8 Stunden ergibt das etwa 624 € netto pro Tag und Person – plus Material und Anfahrt. Für planbare, mehrtägige Aufträge rechnen viele Handwerksbetriebe pauschal statt nach Stunde.

Fazit

Eine Zimmererstunde kostet 2026 meist 60–95 € netto – doch der reine Stundensatz ist nur ein Teil der Wahrheit. Holz-Material, Maschinen, Gerüste und Anfahrt machen einen großen Teil der Kosten aus und gehören in jedes Angebot. Als Grundlage für faire Preise zählt am Ende deine eigene Kalkulation und nicht der Durchschnitt. Rechne deinen Satz mit dem Stundensatzrechner Handwerk aus, erstelle Angebote mit dem Angebotsrechner Handwerk – oder starte auf der Übersicht aller Rechner.

Weitere nützliche Rechner

Am schnellsten kommst du mit dem Stundensatzrechner Handwerk zu deinem eigenen Satz. Für konkrete Aufträge helfen dir danach der Angebotsrechner und der Kalkulationsrechner.

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