Handwerker-Rechner
← Zurück zur Übersicht

Stundensatz Tischler 2026 – Was kostet eine Tischlerstunde?

Eine Tischlerstunde kostet 2026 im Schnitt etwa 55–85 € netto, je nach Qualifikation und Region auch mehr oder weniger. Ob du Tischler oder Schreiner sagst, spielt keine Rolle – es ist derselbe Beruf. Für Endkunden kommt noch die Mehrwertsteuer hinzu, dazu die Materialkosten für Holz und Beschläge.

Wichtig zu wissen: Der Preis auf der Rechnung ist nicht das, was der Tischler verdient. Nach Lohn, Nebenkosten und Betriebskosten bleibt nur ein kleiner Teil als Gewinn. Dieser Beitrag zeigt die aktuellen Stundensätze nach Qualifikation, schlüsselt den Satz auf und erklärt die Berechnung für deinen eigenen Stundensatz.

⚡ Kurz & knapp

Du bist selbstständiger Tischler oder Schreiner und willst deinen Satz kennen?

Berechne jetzt deinen Tischler-Stundensatz →

Aktuelle Stundensätze für Tischler & Schreiner 2026

Die folgende Tabelle zeigt typische Netto-Stundenverrechnungssätze für Tischler und Schreiner – aufgeschlüsselt nach Qualifikation. Es sind Orientierungswerte für 2026; die tatsächlichen Sätze schwanken je nach Betrieb, Qualifikation und Region.

Qualifikation / BetriebStundensatz netto
Tischler-Helfer / ungelernt35–50 €
Tischler-Geselle55–75 €
Tischlermeister / Solo-Selbstständig65–85 €

Regionale Unterschiede: In Bayern, Baden-Württemberg und in Großstädten wie München oder Hamburg liegen die Sätze oft 15–30 Prozent höher als in Ostdeutschland und in strukturschwächeren Regionen. Für viele Handwerksbetriebe im Tischlerhandwerk ist eine Spanne von 55–85 € netto realistisch.

Zum Vergleich: Einen Überblick über alle Gewerke bieten Stundensatz Handwerk 2026 und die Stundensatz-Tabelle. Vergleichswerte anderer Gewerke findest du bei Maler und Elektriker.

Orientierungswerte, Stand 2026, auf Basis öffentlicher Branchenübersichten. Keine verbindliche Preisauskunft.

Teil des Handwerker-Stundensatz-Preisindex 2026

Tischler-Stundensätze nach Region

Wo der Betrieb sitzt, ist einer der größten Faktoren für den Preis. Die Unterschiede zwischen den Regionen sind erheblich:

  • Süd vs. Ost: In Bayern und Baden-Württemberg liegen die Stundensätze meist über dem Schnitt, in Ostdeutschland eher darunter – je nach Bundesland deutlich verschieden.
  • Stadt vs. Land: In Großstädten wie München, Hamburg oder Stuttgart sind die Preise wegen höherer Lebenshaltungskosten und starker Nachfrage höher als auf dem Land.
  • Typische Spanne: Die Unterschiede zwischen teuren und günstigen Regionen liegen häufig bei 15–30 Prozent.

Welche Faktoren treiben den Tischler-Stundensatz?

Der Tischler arbeitet mit teurer Werkstattausstattung und hochwertigem Material. Wie überall sind nur rund 25–35 % reiner Bruttolohn – den Rest bestimmen diese Faktoren:

  • Werkstatt und Maschinen: Kreissäge, Hobel, CNC-Anlage, Absaugung und Werkzeug – hohe Anschaffungs- und Unterhaltskosten.
  • Maßanfertigung: individuelle Möbel und Einbauten bedeuten Planung, Aufmaß und CAD – Zeit, die mitbezahlt werden muss.
  • Materialqualität: Massivholz und hochwertige Beschläge sind teurer und verlangen sorgfältige, langsamere Arbeit.
  • Qualifikation und Haftung: handwerkliche Präzision und Gewährleistung auf Möbel und Einbauten.
  • Fahrzeug und Gemeinkosten: Transporter, Lager, Büro, Versicherungen und Verwaltung.
  • Unproduktive Zeiten: Anfahrt, Aufmaß, Planung, Materialbeschaffung und Dokumentation.

Erst alles zusammen ergibt einen Satz, mit dem ein Tischlerbetrieb dauerhaft arbeiten kann.

Werkstattstunde oder Montagestunde?

Manche Tischler unterscheiden in ihren Angeboten zwischen zwei Sätzen: der Werkstattstunde für die Fertigung und der Montagestunde für die Arbeiten beim Kunden vor Ort. Der Unterschied entsteht, weil Anfahrt, Fahrzeit und Aufbau anders ins Gewicht fallen als die reine Werkstattarbeit.

Für Kunden ist das transparent, solange beide Sätze klar im Angebot stehen. Beide müssen aber auf derselben sauberen Kalkulation beruhen – sonst bleibt eine der Tätigkeiten unbezahlt.

Stundensatz oder Festpreis? Typische Tischlerarbeiten

In der Praxis werden nicht alle Arbeiten gleich abgerechnet. Als Regel gilt:

  • Nach Stundensatz: Reparaturen, Anpassungen, Aufmaß und schwer schätzbare Arbeiten – hier steht der Aufwand vorab nicht fest.
  • Als Festpreis: planbare Projekte wie ein Einbauschrank, eine Küche, eine Treppe oder Innentüren – meist als Gesamtpreis für das komplette Möbelstück.

In jedem Fall muss auch ein Festpreis auf einem sauber kalkulierten Stundensatz beruhen. Er ist die Grundlage jeder seriösen Kalkulation.

Helfer, Geselle, Meister: Qualifikation und Betriebsgröße

Ein großer Teil der Preisunterschiede erklärt sich über die Qualifikation der Person, die die Arbeit ausführt:

  • Helfer / ungelernt: unterstützende Arbeiten wie Zuschnitt, Transport und Aufräumen – zum niedrigsten Satz.
  • Gesellen: ausgebildete Fachkräfte für die eigentlichen Tischlerarbeiten – im mittleren Bereich der Spanne.
  • Meister / Solo: höherer Satz wegen Qualifikation, Planung, Verantwortung und Haftung.

Auch die Zahl der Mitarbeiter spielt eine Rolle: Größere Betriebe haben höhere Gemeinkosten für Werkstatt, Fuhrpark und Verwaltung, kleine Betriebe weniger Spielraum bei der Auslastung. Beides fließt in den Stundensatz ein.

Was steckt konkret im Stundensatz? (Beispielrechnung)

Ein vereinfachtes Beispiel für einen Satz von rund 70 € netto zeigt, wohin das Geld fließt:

PositionAnteil je Stunde%
Bruttolohn (Tischler)≈ 21 €30 %
Lohnnebenkosten (AG-Anteil, Ausfallzeiten)≈ 13 €18 %
Gemeinkosten (Werkstatt, Maschinen, Fahrzeug, Werkzeug, Versicherung)≈ 24 €35 %
Gewinn & Wagnis≈ 12 €17 %
Stundensatz netto≈ 70 €100 %

Wie bei anderen Gewerken zählt der Unterschied zwischen produktiven und unproduktiven Stunden. Von einer 40-Stunden-Woche sind oft nur etwa 28 Stunden abrechenbar. Alle Kosten verteilen sich auf diese Stunden. Für den Endkunden kommt zum Nettobetrag noch die Mehrwertsteuer (19 %) hinzu.

Preis ist nicht gleich Verdienst

Ein häufiges Missverständnis bei Kunden: Der Stundensatz auf der Rechnung ist nicht das, was der Tischler verdient. Von 70 € netto pro Stunde bleiben nach Bruttolohn, Lohnnebenkosten und allen Gemeinkosten oft nur ein einstelliger Euro-Betrag als tatsächlicher Gewinn übrig.

Dazu kommt: Nicht jede bezahlte Stunde ist auch abrechenbar. Aufmaß, Planung, Anfahrt, Materialbeschaffung und Büroarbeit sind Zeit, die kein Kunde direkt bezahlt. Diese unproduktive Zeit muss über den Stundensatz der produktiven Stunden mitfinanziert werden.

Zusatzkosten bei Tischlerarbeiten: Material, Werkstatt, Montage, Entsorgung

Auf einer Tischler-Rechnung steht selten nur der Stundensatz. Typische Zusatzkosten, die du in Angeboten getrennt ausweisen solltest:

Materialkosten

Massivholz, Platten, Furnier, Beschläge und Oberflächenmaterial kommen zusätzlich zum Stundensatz auf die Rechnung – meist mit einem kleinen Aufschlag für Beschaffung und Lagerung.

Werkstatt & Maschinen

Kreissäge, CNC-Anlage, Absaugung und Werkzeug verursachen hohe Fixkosten, die über den Stundensatz gedeckt werden – ein Grund, warum Tischler eher im Mittelfeld liegen.

Anfahrt & Montage

Für Aufmaß und Montage beim Kunden fallen Anfahrt und Fahrzeit an. Viele Betriebe weisen diese als eigene Position im Angebot aus.

Entsorgung

Verschnitt, Altmöbel und Verpackungen müssen entsorgt werden. Container und Gebühren stehen häufig getrennt auf der Rechnung.

Gerade bei Massivholz und hochwertigen Beschlägen können die Materialien teurer sein als die Arbeit selbst – deshalb ist der reine Stundensatz allein wenig aussagekräftig.

Gängige Materialien im Tischlerhandwerk

Das Material bestimmt Preis und Aufwand oft stärker als die reine Arbeitszeit:

  • Massivholz: hochwertig und langlebig, aber teuer und aufwendig in der Verarbeitung.
  • Platten (Span, MDF, Multiplex): günstiger und maßhaltig – die Basis vieler Möbel und Einbauten.
  • Furnier & Beschichtung: geben Plattenwerkstoffen eine edle Oberfläche zum kleineren Preis als Massivholz.
  • Beschläge: Scharniere, Auszüge und Griffe – bei guter Qualität ein spürbarer Kostenfaktor.

Faustregel: Je hochwertiger die Materialien, desto höher Material- und Arbeitskosten.

Tischler-Stundensatz im Vergleich zu anderen Gewerken

Der Tischler liegt im Mittelfeld des Handwerks. Zur Einordnung ein Vergleich typischer Netto-Stundensätze 2026:

  • Günstiger:Maler & Lackierer (ca. 45–70 €) und Fliesenleger (ca. 50–75 €).
  • Ähnliche Spanne: Maurer und Zimmerer als baunahe Gewerke (ca. 55–95 €).
  • Teurer: technische Gewerke wie Elektriker und Dachdecker (ca. 60–100 €) – wegen Material, Qualifikation und Ausrüstung.

Entscheidend ist am Ende aber nicht der Durchschnitt des Gewerks, sondern die eigene Kalkulation. Ein Tischlerbetrieb mit großer Maschinenhalle hat andere Kosten als ein Solo-Selbstständiger – und damit einen anderen Satz.

Kosten für Tischler: Tipps für Auftraggeber

Am Stundensatz selbst lässt sich wenig verhandeln – er muss die Kosten des Betriebs decken. Beim Gesamtpreis gibt es aber Spielraum:

  • Mehrere Angebote einholen und Position für Position vergleichen – nicht nur die Endsumme.
  • Prüfen, ob eine Standardlösung statt einer teuren Maßanfertigung reicht.
  • Auf ein detailliertes Angebot achten, in dem Material und Arbeit getrennt ausgewiesen sind.
  • Den Lohnanteil in der Steuererklärung angeben – ein Teil der Handwerkerleistungen ist absetzbar.

Lohn- und Preisentwicklung im Tischlerhandwerk

Die Stundensätze im Handwerk sind in den letzten Jahren spürbar gestiegen – auch beim Tischler. Höhere Löhne, ein steigender Mindestlohn (2026 bei 13,90 € pro Stunde als gesetzliche Untergrenze) und teureres Holz treiben die Kosten. Viele Betriebe geben diese über höhere Stundensätze weiter. Als Regel solltest du deinen Satz mindestens einmal im Jahr überprüfen und anpassen, wenn Löhne oder Materialkosten spürbar steigen.

So berechnet ein Tischler seinen eigenen Stundensatz

Durchschnittswerte helfen nur zur groben Einordnung. Dein persönlicher Satz hängt von deinen Fixkosten – gerade der teuren Werkstatt –, deinem Einkommensziel und deinen produktiven Stunden ab. Wer sich nur am Markt orientiert, kalkuliert schnell zu niedrig.

Der Stundensatzrechner ist für alle Gewerke gleich aufgebaut. Als Tischler oder Schreiner nutzt du ihn genauso wie jeder andere Handwerker: Zahlen eintragen, und du bekommst sofort deinen Satz netto und brutto.

Berechne jetzt deinen individuellen, kostendeckenden Tischler-Stundensatz:

Tischler-Stundensatz berechnen →

Häufige Fragen (FAQ)

Was kostet ein Tischler pro Stunde 2026?

Ein Tischler kostet 2026 meist 55–85 € netto pro Stunde. Ein Geselle liegt eher bei 55–75 €, ein Meister oder Solo-Selbstständiger bei 65–85 €. Ein Helfer wird niedriger angesetzt. Für Endkunden kommen noch 19 % MwSt. sowie Materialkosten für Holz und Beschläge dazu. Es sind Orientierungswerte, keine festen Preise.

Was ist der Unterschied zwischen Tischler und Schreiner?

Keiner – Tischler und Schreiner bezeichnen denselben Handwerksberuf. Im Norden und Osten Deutschlands sagt man eher Tischler, im Süden Schreiner. Ausbildung, Leistungen und Stundensätze sind identisch.

Warum ist der Stundensatz so viel höher als der Stundenlohn?

Vom Stundensatz sind nur rund 25–35 % reiner Bruttolohn. Beim Tischler kommen besonders die Werkstatt mit teuren Maschinen (Kreissäge, CNC, Absaugung), Materialgemeinkosten sowie ein Zuschlag für Gewinn und Risiko dazu. Der Preis auf der Rechnung ist deshalb nicht das, was der Tischler verdient.

Gibt es große regionale Unterschiede?

Ja. In Süddeutschland und in Großstädten wie München, Stuttgart oder Hamburg liegen die Sätze oft 15–30 % höher als in strukturschwächeren Regionen oder in Ostdeutschland. Auch je nach Bundesland und örtlicher Auftragslage schwanken die Preise spürbar.

Wie kalkuliere ich als Tischler meinen Stundensatz?

Orientiere dich nicht nur am Marktdurchschnitt, sondern rechne mit deinen eigenen Zahlen: Einkommensziel, Fixkosten (gerade die teure Werkstatt) und realistisch abrechenbare Stunden. Mit dem kostenlosen Stundensatzrechner ermittelst du in wenigen Minuten deinen individuellen, kostendeckenden Satz.

Was kostet ein Tischler pauschal pro Tag?

Ein Tagessatz ist im Grunde der Stundensatz mal die abrechenbaren Stunden pro Tag. Bei rund 70 € netto und 8 Stunden ergibt das etwa 560 € netto pro Tag und Person – plus Material. Für planbare Aufträge wie einen Einbauschrank rechnen viele Betriebe pauschal als Festpreis statt nach Stunde.

Fazit

Ein Tischler oder Schreiner kostet 2026 meist 55–85 € netto pro Stunde – doch der reine Stundensatz ist nur ein Teil der Wahrheit. Holz-Material, Werkstatt, Maschinen und Montage machen einen großen Teil der Kosten aus und gehören in jedes Angebot. Als Grundlage für faire Preise zählt am Ende die eigene Kalkulation und nicht der Durchschnitt. Rechne deinen Satz mit dem Stundensatzrechner Handwerk aus, erstelle Angebote mit dem Angebotsrechner Handwerk – oder starte auf der Übersicht aller Rechner.

Weitere nützliche Rechner

Am schnellsten kommst du mit dem Stundensatzrechner Handwerk zu deinem eigenen Satz. Für konkrete Aufträge helfen dir danach der Angebotsrechner und der Kalkulationsrechner.

Weitere Ratgeber