Handwerker-Rechner
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Wie berechne ich meinen Stundensatz richtig?

Deinen Stundensatz zu berechnen ist keine Hexerei – es gibt eine klare Formel. Der häufigste Fehler: Die meisten rechnen mit zu vielen produktiven Stunden und zu niedrigen Kosten und setzen ihren Satz dadurch zu niedrig an.

In diesem Artikel bekommst du die einfache Formel, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung und ein konkretes Beispiel aus dem Handwerk – plus einen kostenlosen Rechner, der dir die Arbeit abnimmt.

Lieber direkt loslegen statt selbst rechnen?

Stundensatzrechner für Handwerker

Die einfache Formel für den Stundensatz

Im Kern beruht jeder Stundensatz auf einer einzigen Formel:

Stundensatz = (Gesamtkosten + Gewinnziel) ÷ produktive Stunden pro Jahr

  • Gesamtkosten: alle jährlichen Betriebskosten, die gedeckt werden müssen.
  • Gewinnziel: dein gewünschter Unternehmerlohn bzw. Gewinn – das, wovon du leben willst.
  • Produktive Stunden: nur die Stunden, die du dem Kunden tatsächlich berechnen kannst.

Kurzbeispiel: Gesamtkosten + Gewinn = 93.000 €, produktive Stunden = 1.250 → Stundensatz ≈ 74–75 € netto.

Schritt 1 – Alle Kosten ermitteln

Erfasse zunächst alle Kosten, die dein Betrieb im Jahr verursacht. Wichtig: Nichts vergessen – jede übersehene Position drückt deinen Stundensatz nach unten.

  • Personalkosten / eigener Unternehmerlohn: das Einkommen, das du und deine Mitarbeiter zum Leben braucht.
  • Lohnnebenkosten: Sozialabgaben, Urlaub, Krankheit und Feiertage.
  • Fahrzeug, Werkzeug, Maschinen: Anschaffung, Leasing, Sprit, Reparaturen, Abschreibung.
  • Werkstatt / Lager / Büro: Miete, Nebenkosten und Ausstattung.
  • Versicherungen, Steuerberater, Software: Betriebshaftpflicht, Buchhaltung, Branchen- und Bürosoftware.
  • Marketing, Weiterbildung & Sonstiges: Website, Werbung, Fortbildungen, Beiträge zu Innung und Kammer.

Schritt 2 – Realistische produktive Stunden berechnen

Das ist der wichtigste – und am häufigsten falsch gemachte – Schritt. Eine 40-Stunden- Woche über 52 Wochen ergibt zwar rechnerisch 2.080 Stunden, doch so viele Stunden kannst du niemals abrechnen. Urlaub, Krankheit und Feiertage fallen weg – und von der restlichen Anwesenheit sind nur rund 60–75 % wirklich produktiv.

Kalendertage pro Jahr365 Tage
− Samstage und Sonntage− 104 Tage
− Feiertage (Durchschnitt)− 10–12 Tage
− Urlaubstage− 25–30 Tage
− Krankheit / Ausfall− 8–12 Tage
− Weiterbildung / Sonstiges− 3–5 Tage
= Anwesenheitstageca. 210–215 Tage
× 8 Stunden pro Tagca. 1.680–1.720 h
− Unproduktive Zeit (Fahrten, Büro, Angebote, Rüsten ≈ 20–30 %)− 350–500 h
= Produktive / abrechenbare Stundenca. 1.200–1.350 Std

Am Ende bleiben rund 1.200–1.350 produktive Stunden pro Jahr übrig. Viele Handwerker rechnen dagegen unrealistisch mit 1.800 oder sogar 2.000 Stunden – realistisch sind für Solo-Selbstständige und kleine Betriebe meist 1.150–1.400 Stunden pro Person und Jahr. Rechne hier lieber vorsichtig als zu optimistisch.

Schritt 3 – Stundensatz berechnen

Jetzt setzt du die Zahlen in die Formel ein. Beispiel für einen Solo-Handwerker (z. B. Elektriker oder Malermeister):

Gewünschter Unternehmerlohn (inkl. Absicherung)55.000 €
Betriebliche Gemeinkosten (Fahrzeug, Werkzeug, Versicherung, Büro …)28.000 €
= Gesamtkosten83.000 €
+ 12 % Gewinn- & Risikozuschlag9.960 €
= Zielumsatz92.960 €
÷ produktive Stunden1.250 Std
= Stundensatz netto≈ 75 €
Stundensatz brutto (+ 19 % MwSt.)≈ 89 €

92.960 € ÷ 1.250 Stunden ergeben 74,37 € – also rund 75 € netto pro Stunde, um kostendeckend zu arbeiten und das Einkommensziel zu erreichen. Mit 19 % Mehrwertsteuer zahlt der Kunde etwa 89 € brutto.

Häufige Fehler bei der Stundensatz-Berechnung

  • Zu viele produktive Stunden angesetzt (der häufigste Fehler).
  • Eigenen Unternehmerlohn zu niedrig oder mit 0 € angesetzt.
  • Kostenpositionen vergessen – etwa Abschreibungen oder Versicherungen.
  • Keinen Gewinn- und Risikopuffer eingeplant.
  • Nur auf Marktdurchschnitte geschaut statt auf die eigenen Zahlen.

Jetzt deinen eigenen Stundensatz berechnen

Du musst die Formel nicht von Hand rechnen. Trage einfach dein Einkommensziel, deine Fixkosten und deine produktiven Stunden ein – den Rest übernimmt der Rechner und zeigt dir sofort deinen Satz netto und brutto.

Berechne jetzt deinen individuellen, kostendeckenden Stundensatz:

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Häufige Fragen (FAQ)

Wie viele produktive Stunden sind realistisch?

Für Solo-Selbstständige und kleine Betriebe im Handwerk sind je nach Gewerk und Organisation etwa 1.100 bis 1.400 abrechenbare Stunden pro Jahr realistisch. Von der reinen Anwesenheitszeit sind meist nur 60–75 % produktiv – der Rest geht für Fahrten, Angebote, Büroarbeit, Materialbeschaffung und Rüstzeiten drauf. Wer mit 2.080 Stunden (40 h × 52 Wochen) rechnet, setzt seinen Stundensatz fast zwangsläufig zu niedrig an.

Soll ich die Mehrwertsteuer einrechnen?

Nein – kalkuliere deinen Stundensatz immer netto. Die Mehrwertsteuer (meist 19 %) kommt erst am Ende auf den Nettopreis obendrauf und ist ein durchlaufender Posten, den du ans Finanzamt weiterreichst. Nur als Kleinunternehmer nach § 19 UStG weist du keine MwSt. aus.

Was ist der Unterschied zwischen Stundensatz und Stundenverrechnungssatz?

Beide Begriffe meinen im Alltag meist dasselbe: den Preis, den du dem Kunden pro Arbeitsstunde berechnest. Wichtig ist die Abgrenzung zum Stundenlohn – das ist nur das Gehalt des Mitarbeiters. Der Stundenverrechnungssatz enthält zusätzlich alle Nebenkosten, Gemeinkosten, deinen Unternehmerlohn und den Gewinn und liegt deshalb deutlich höher.

Wie oft sollte ich meinen Stundensatz überprüfen?

Mindestens einmal im Jahr sowie immer dann, wenn sich deine Kosten spürbar ändern – etwa durch höhere Löhne, ein neues Fahrzeug, gestiegene Material- oder Energiekosten. So stellst du sicher, dass dein Satz kostendeckend bleibt und die Inflation nicht unbemerkt deinen Gewinn auffrisst.

Fazit

Deinen Stundensatz berechnest du, indem du alle Kosten und dein Einkommensziel durch deine realistisch abrechenbaren Stunden teilst. Der Schlüssel liegt in ehrlichen produktiven Stunden – hier gehen die meisten Kalkulationen schief. Am schnellsten geht es mit dem Stundensatzrechner Handwerk. Für konkrete Aufträge helfen dir danach der Angebotsrechner und der Kalkulationsrechner.

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