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Gemeinkostenzuschlag berechnen: Rechner, Formel und Beispiel

Dein Betrieb kostet Geld, auch wenn gerade kein Auftrag läuft: Büro, Versicherungen, Fahrzeuge, Werbung, der Steuerberater. Diese Kosten kannst du keinem einzelnen Kunden zuordnen, sie müssen aber trotzdem in deinen Preisen stecken. Der Gemeinkostenzuschlag ist die Rechenmethode dafür. Mit dem Rechner unten kommst du von deinen Jahreszahlen bis zum fertigen Stundenverrechnungssatz.

€
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Std
%

Gemeinkostenzuschlag

110 %

Gemeinkosten ÷ Fertigungslöhne × 100

Stundenverrechnungssatz netto

69,30 €

brutto (19 % MwSt.)

82,47 €

Lohn je produktive Stunde30,00 €
Gemeinkosten je Stunde33,00 €
Selbstkosten je Stunde63,00 €
Wagnis & Gewinn je Stunde6,30 €

Was ist der Gemeinkostenzuschlag?

Der Gemeinkostenzuschlag (oft Gemeinkostenzuschlagssatz oder kurz GKZ) sagt dir, wie viele Euro Gemeinkosten auf jeden Euro Lohn kommen. Bei 100 % bedeutet das: Zu jedem Euro Fertigungslohn gehört ein weiterer Euro Betriebskosten, den du über den Preis wieder reinholen musst.

Du brauchst ihn für die klassische Zuschlagskalkulation. Dabei rechnest du von den Einzelkosten (Lohn, Material) schrittweise zum Verkaufspreis und schlägst die Gemeinkosten prozentual auf.

Was zu den Gemeinkosten zählt

Gemeinkosten sind alle Kosten, die nicht direkt an einem bestimmten Auftrag hängen. Typische Posten:

  • Miete für Werkstatt, Lager und Büro, dazu Strom, Heizung, Telefon
  • Fahrzeuge: Versicherung, Steuer, Kraftstoff, Reparatur und Wartung
  • Büro, Software, Buchhaltung und Steuerberatung
  • Betriebliche Versicherungen
  • Werbung und Website
  • Werkzeug und Maschinen, inklusive Abschreibung
  • Löhne und Gehälter, die nicht auf Aufträge gebucht werden (Büro, Meisteranteil für Planung und Angebote)
  • Lohnnebenkosten, sofern du sie nicht schon bei den Löhnen mitrechnest

Nicht dazu gehören die Einzelkosten: das Material für einen Auftrag und die Löhne der Leute, die gerade auf der Baustelle arbeiten. Die kalkulierst du direkt.

Die Formel

Gemeinkostenzuschlag (%) = Gemeinkosten pro Jahr ÷ Fertigungslöhne pro Jahr × 100

Für die Bezugsgröße nimmst du die Löhne, die direkt in Aufträgen stecken. Das ist im Handwerk der übliche Weg, weil Lohn der Kostentreiber ist.

Eine Falle zum Vergleichen: Die Zahl hängt stark davon ab, was du in den Zähler und in den Nenner packst. Rechnest du Lohnnebenkosten zu den Gemeinkosten, fällt der Zuschlag höher aus, als wenn sie schon im Lohn stecken. Vergleich deinen Satz deshalb nur mit Zahlen, die genauso gerechnet sind.

Rechenbeispiel: kleiner Betrieb mit zwei Gesellen

Die Jahreszahlen:

  • Fertigungslöhne (Bruttolöhne der beiden Gesellen, produktiv): 90.000 €
  • Produktive Stunden beider zusammen: 3.000 h
  • Gemeinkosten: Lohnnebenkosten 20.000 € · Fahrzeuge 14.000 € · Miete Werkstatt 12.000 € · Versicherungen 5.000 € · Büro und Software 6.000 € · Steuerberatung 4.000 € · Werbung 3.000 € · Werkzeug und Abschreibung 8.000 € · unproduktive Lohnanteile (Meister, Büro) 27.000 € = 99.000 €

Gemeinkostenzuschlag: 99.000 € ÷ 90.000 € × 100 = 110 %

So kommst du zum Stundenverrechnungssatz:

  1. 1.Lohn je produktive Stunde: 90.000 € ÷ 3.000 h: 30,00 €
  2. 2.Gemeinkosten je Stunde: 30,00 € × 110 %: 33,00 €
  3. 3.Selbstkosten je Stunde: 30,00 € + 33,00 €: 63,00 €
  4. 4.Wagnis und Gewinn, hier 10 %: 63,00 € × 10 %: 6,30 €
  5. 5.Stundenverrechnungssatz netto: 69,30 €
  6. 6.Mit 19 % Umsatzsteuer: 82,47 € brutto

Zum Vergleich: Der Preisindex 2026 zeigt je nach Gewerk Spannen von rund 45 bis 100 € netto. 69,30 € liegt mittendrin.

Welcher Zuschlag ist üblich?

Eine Zahl, die für alle passt, gibt es nicht. Als Richtwert nennen Fachseiten für den Gemeinkostenzuschlag auf Fertigungslöhne meist etwa 80 bis 150 %. Ein kleiner Betrieb mit wenig Büro und günstiger Miete liegt eher unten, ein Betrieb mit Hallen, mehreren Fahrzeugen und eigener Verwaltung eher oben.

Dein eigener Wert zählt mehr als jeder Durchschnitt. Wenn er sehr weit abweicht, lohnt ein zweiter Blick: Ein auffallend niedriger Zuschlag heißt oft, dass Kosten fehlen.

Arbeitest du allein? Dann geht es einfacher

Die Zuschlagskalkulation lohnt sich vor allem, wenn du Mitarbeiter hast. Als Einzelunternehmer ohne Angestellte kommst du schneller ans Ziel, wenn du alle Jahreskosten (inklusive deines Unternehmerlohns) durch deine produktiven Stunden teilst. Das macht die Excel-Vorlage zur Stundensatz-Kalkulation für dich.

Wie oft musst du neu rechnen?

Einmal im Jahr, spätestens wenn sich etwas Großes ändert: neues Fahrzeug, neue Halle, Tariferhöhung bei den Löhnen. Die Gemeinkosten steigen meist leiser als du denkst, Versicherungen, Kraftstoff und Software werden jedes Jahr ein bisschen teurer. Wer den Satz drei Jahre nicht anfasst, verschenkt Geld.

So hängt es mit deinem Angebot zusammen

Der Gemeinkostenzuschlag ist ein Baustein, kein fertiges Angebot:

Häufige Fragen

Was ist ein normaler Gemeinkostenzuschlag im Handwerk?

Meist grob 80 bis 150 % auf die Fertigungslöhne, je nach Gewerk und Betriebsgröße. Entscheidend ist, wie du rechnest: Wer Lohnnebenkosten bei den Gemeinkosten ansetzt, landet höher.

Gehört mein Unternehmerlohn zu den Gemeinkosten?

Er muss irgendwo in der Rechnung auftauchen, entweder als eigener Lohn in der Bezugsgröße oder bei den Gemeinkosten. Nur nicht doppelt und nicht gar nicht.

Wie oft sollte ich den Zuschlag neu berechnen?

Mindestens einmal im Jahr und immer dann, wenn sich Löhne oder größere Kostenblöcke ändern.

Was ist der Unterschied zum Materialaufschlag?

Der Gemeinkostenzuschlag bezieht sich auf den Lohn und deckt deine Betriebskosten. Der Materialaufschlag bezieht sich auf den Materialeinkaufspreis und deckt Beschaffung, Lagerung und Gewährleistung beim Material.

Rechne ich die Umsatzsteuer in die Gemeinkosten ein?

Nein. Du kalkulierst netto. Die Umsatzsteuer kommt erst am Ende auf den Verkaufspreis.

Weitere Ratgeber

Die Beispiele sind Rechenbeispiele und keine Steuer- oder Betriebsberatung. Für deine eigene Kalkulation lass die Zahlen am besten von deinem Steuerberater gegenprüfen.